Tech News 23. September 2026 von Deimos 9 Leseminuten Technische Learnings aus dem Iconomix-Relaunch: Was ein Webplattform-Neubau mit sich bringt

Beim Relaunch von iconomix.ch, dem Bildungsangebot der Schweizerischen Nationalbank (SNB), haben wir einige technische Entscheidungen getroffen, die sich bewährt haben, und ein paar Herausforderungen erlebt, die uns für künftige Projekte klüger machen.

Es war früh klar, dass die bisherige Plattform nicht nur angepasst, sondern von Grund auf neu gebaut werden musste. Die Anforderungen hatten sich zu stark weiterentwickelt, um sie auf der bestehenden Basis abzubilden. In rund 20 Monaten hat Deimos die technische Umsetzung dieses Neubaus verantwortet.

Was wir dabei auf technischer Ebene gelernt haben, lesen Sie hier. Die Learnings aus der Business-Analyse und dem UX-Design haben wir bereits in einem separaten Beitrag zusammengefasst. Und den Gesamtblick auf das Projekt bietet unsere Success Story zum Iconomix-Relaunch.

Learnings Softwareentwicklung

Headless CMS: Frontend und Backend sauber entkoppeln

Als neues Fundament für iconomix.ch haben wir Magnolia CMS im Headless-Betrieb gewählt. Magnolia ist ein bewährtes Enterprise-CMS, welches Deimos seit über zehn Jahren bei grossen Webprojekten einsetzt. Im Headless-Betrieb werden alle Inhalte über Magnolia verwaltet und über eine REST-Schnittstelle bereitgestellt, während das Frontend mit Angular als eigenständige Single-Page-Application läuft. Frontend und Backend sind vollständig entkoppelt und können damit unabhängig voneinander weiterentwickelt werden.

Learning

Die Entkopplung von Frontend und Backend ist kein technisches Designdetail, sie ist eine strategische Entscheidung für die Zukunftsfähigkeit einer Plattform.

 

Magnolia Delivery API: REST-Endpunkte ohne Entwicklungsaufwand

Ein konkreter technischer Vorteil von Magnolia im Headless-Betrieb ist die Delivery API: Sie ermöglicht es, REST-Endpunkte direkt aus der CMS-Konfiguration heraus bereitzustellen, ohne dass dafür eigener Entwicklungsaufwand anfällt. Inhalte, die das Iconomix-Team in Magnolia erfasst, sind damit sofort über standardisierte Schnittstellen abrufbar.

Für ein Projekt wie iconomix.ch, das viele verschiedene Inhaltstypen mit unterschiedlichen Strukturen verwaltet, war das ein erheblicher Effizienzgewinn sowohl in der Entwicklung als auch für die zukünftige Wartung.

Learning

Die Wahl der richtigen Technologie zahlt sich über die gesamte Projektlaufzeit aus. Eine gut konfigurierbare API reduziert Entwicklungsaufwand und schafft Kapazität für das, was wirklich komplex ist.

 

Frühe Einbindung von Kunde und Hostingpartner

Technische Entscheidungen betreffen nie nur das Entwicklungsteam. Beim Iconomix-Relaunch war das Iconomix-Team von Beginn an eng in die Konzeption eingebunden. Architekturentscheide wurden transparent kommuniziert, Anforderungen an Betrieb und Sicherheit frühzeitig gemeinsam besprochen.

Dasselbe gilt für den Hostingpartner. Convotis war früh im Projekt dabei: Die Hosting-Umgebung wurde frühzeitig aufgesetzt, Deployments konnten so bereits während der Entwicklung getestet werden. Verbindungen zwischen den Systemkomponenten wurden geprüft, die Performance unter realistischen Bedingungen getestet und Sicherheitskonfigurationen rechtzeitig abgestimmt. Das hat verhindert, dass kurz vor Go-Live noch grundlegende Infrastrukturfragen offen waren.

Learning

Wer Hosting- und Betriebsanforderungen erst am Ende des Projekts klärt, baut auf unsicherem Fundament. Auftraggeber und Hostingpartner gehören von Anfang an in den Prozess eingebunden.

 

One-Day-AI-Agent: Vom Use Case zur AI-Lösung

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Generierung interaktiver PDFs: Unterschätzter Aufwand mit vielen Spezialfällen

Eines der Features von iconomix.ch ist die Ausgabe von Aufgabensets als interaktives PDF. Eine Funktion, die auf den ersten Blick einfach aussieht. In der Praxis war sie eine der grösseren Herausforderungen des Projekts. Denn die PDF-Generierung ist fehleranfällig: Layouts verhalten sich je nach PDF-Reader unterschiedlich, Sonderzeichen, Zeilenumbrüche und komplexe Inhaltsstrukturen führen zu Sonderfällen.

Die PDF-Generierung muss systematisch angegangen werden: mit einer klaren Übersicht über alle Inhaltstypen, die im PDF auftauchen können, und einer Teststrategie, die Sonderfälle frühzeitig abdeckt.

Learning

Die Generierung interaktiver PDFs kann eine Herausforderung werden. Wer sie als Randthema behandelt, wird sie später als Hauptproblem wiedersehen. Frühzeitige Analyse aller Sonderfälle – inklusive Tests in verschiedenen PDF-Readern – spart aufwändige Korrekturen.

 

UI-Tests und Screenshot-Tests: Sicherheit bei jeder Weiterentwicklung

Bei einem Projekt, das über viele Sprints hinweg wächst, ist es entscheidend, dass neue Features das Bestehende nicht unbemerkt beeinträchtigen. Beim Iconomix-Projekt haben wir deshalb von Beginn an auf eine solide Testabdeckung gesetzt mit Unit Tests, Integration Tests und insbesondere UI-Tests mit Cypress sowie Screenshot-Tests für visuelle Regression.

Nach jedem Sprint wurde so sichergestellt, dass die neu entwickelten Features funktionieren und dass das bereits Umgesetzte intakt bleibt. Screenshot-Tests vergleichen automatisch, ob die Benutzeroberfläche nach einer Änderung noch gleich aussieht wie zuvor. Was manuell nur mit grossem Aufwand zu prüfen wäre, wird so zur einfachen Routine. Das gibt dem Entwicklungsteam die Sicherheit, zügig voranzukommen ohne Angst vor unbeabsichtigten Seiteneffekten.

Learning

Tests sind keine Zusatzarbeit – sie sind eine Investition in die Stabilität. Die Zeit, die anfangs ins Testen fliesst, zahlt sich später aus: durch weniger Fehler, weniger Korrekturen und ein Team, das Sprint für Sprint zuverlässig weiterentwickeln kann.

 

Fazit: Technische Entscheidungen wirken lange

Die technischen Weichenstellungen beim Iconomix-Relaunch – die Wahl von Magnolia im Headless-Betrieb, die frühe Einbindung des Hostingpartners, die konsequente Teststrategie – entscheiden darüber, wie gut eine Plattform in zwei, drei oder fünf Jahren noch gewartet und weiterentwickelt werden kann. Gute Softwareentwicklung denkt nicht nur an den Go-Live, sondern auch an das, was danach kommt.

Mehr zum Iconomix-Projekt erfahren Sie in unserer Success Story.

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