Tech News 16. September 2026 von Deimos 8 Leseminuten Unsere Learnings zu Business-Analyse und UX-Design aus dem Iconomix-Relaunch

Bevor beim Relaunch von iconomix.ch eine einzige Zeile Code geschrieben wurde, haben wir Zeit damit verbracht, Fragen zu stellen, Prototypen zu bauen und Feedback einzuholen. Das war kein Umweg, sondern der direkteste Weg zum Ziel.

Iconomix ist das Bildungsangebot der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und wird von Tausenden Lehrpersonen und Lernenden genutzt. Für den diesjährigen Relaunch hat Deimos die Business-Analyse, das UX-Design und die technische Umsetzung verantwortet. Mehr zu diesem spannenden Projekt lesen Sie in unserer Iconomix Success Story. Dieser Beitrag blickt auf die Learnings aus dem Bereich Business-Analyse und UX-Design und was daraus für andere Softwareprojekte mitgenommen werden kann.

Learnings Business-Analyse und UX-Design

Anforderungen diskutiert man am besten anhand von sichtbaren Prototypen

Zu Projektbeginn haben wir gemeinsam mit dem Iconomix-Team in mehreren Workshops die bestehenden Anforderungen konkretisiert und im Detail besprochen. Unser Anforderungsmanagement folgte dabei einem strukturierten Prozess: von der Erhebung über die Analyse bis zur Dokumentation in Form von User Stories und Use Cases. Immer mit dem Ziel, unkontrolliertes Anforderungswachstum zu verhindern und den Fokus auf das Wesentliche zu richten.

Beim Iconomix-Projekt haben wir dafür früh auf klickbare Prototypen gesetzt, anstatt abstrakte Anforderungslisten zu besprechen. Das hat Diskussionen ausgelöst, die rein textliche Beschreibungen vermutlich nicht hätten auslösen können: das Iconomix-Team konnte so Anpassungen kommentieren, bevor sie bereits gebaut waren und Unklarheiten wurden sichtbar, solange sie noch leicht zu korrigieren waren.

Learning

Wer Anforderungen anhand von Prototypen diskutiert, baut schneller ein gemeinsames Verständnis auf und erkennt Missverständnisse, solange sie noch leicht zu korrigieren sind.

 

Enger Kontakt mit dem Auftraggeber ist eine wichtige Voraussetzung

Bei Deimos übernehmen Business-Analystinnen die Rolle als zentrale Schnittstelle zwischen technischen und nicht-technischen Beteiligten. Regelmässige Status-Meetings, klare Dokumentation und kurze Feedback-Schleifen sorgen dafür, dass Missverständnisse gar nicht erst entstehen und dass Entscheidungen getroffen werden können, wenn sie gebraucht werden.

In der Zusammenarbeit mit Iconomix war diese Kommunikation besonders direkt und unkompliziert. Fragen von beiden Seiten wurden zeitnah beantwortet, Anforderungen, die sich im Verlauf des Projekts weiterentwickelt haben, wurden offen kommuniziert und im gemeinsamen Backlog erfasst. Das hat verhindert, dass sich offene Punkte aufstauen und später zum Risiko werden. Diese Kultur prägte das gesamte Projektnetzwerk: So waren auch markenrelevante Fragen mit der Agentur Festland, die Iconomix bei der Markenführung begleitet, jederzeit auf kurzen Wegen geklärt.

Das gemeinsame Backlog war dabei mehr als ein internes Planungswerkzeug: Beide Parteien hatten jederzeit Einblick, welche Anforderungen bereits umgesetzt waren, was noch offen war und was als nächstes angegangen wird. Das schaffte Transparenz auf beiden Seiten und erleichterte die Kommunikation zusätzlich.

Learning

Klare Zuständigkeiten, kurze Feedback-Schleifen und ein gemeinsam gepflegtes Backlog verhindern, dass sich Unklarheiten aufstauen. Business-Analystinnen übernehmen bei Deimos die Rolle der zentralen Schnittstelle zwischen Auftraggeber und Entwicklungsteam. Sie sorgen dafür, dass Anforderungen auf beiden Seiten richtig verstanden werden und dass beide Parteien jederzeit wissen, wo das Projekt steht.

 

Agil bedeutet: Man nähert sich der Lösung schrittweise

Beim Iconomix-Relaunch startete das Projekt mit einem Design Sprint: Die ersten Wochen gehörten der Business-Analyse, der Anforderungserhebung und der UX-Konzeption. Erst als das Fundament stand, startete der eigentliche Entwicklungsmodus: dreiwöchige Sprints mit regelmässigen Review-Meetings, früh aufgesetzten Testumgebungen und Feedback, das direkt in die nächste Iteration floss.

Dieses Vorgehen hat sich bewährt. Der Design Sprint schafft Klarheit, bevor die Entwicklung beginnt. Und die agilen Entwicklungssprints halten das Projekt flexibel, wenn sich Anforderungen unterwegs weiterentwickeln. Als sich beispielsweise während des Projektverlaufs herausstellte, dass die ursprünglich geplante Login-Lösung den gewünschten Funktionsumfang nicht abdecken konnte, liess die Struktur genug Spielraum, um auf eine bessere Lösung umzuschwenken, ohne den Zeitplan zu gefährden.

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Ein Design Sprint zu Beginn lohnt sich. Wer erst konzipiert und dann entwickelt, startet die Umsetzung mit einem gemeinsamen Verständnis. So werden kostspielige Korrekturen in einer späteren Projektphase vermieden.

 

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Eine Lernplattform steht und fällt mit ihrer Bedienbarkeit

Gute Software berücksichtigt gleichermassen Business, Mensch und Technik. Beim Iconomix-Relaunch war die menschliche Komponente besonders zentral: Die Plattform wird nicht von IT-Fachleuten bedient, sondern von Lehrpersonen unter Zeitdruck, oft mit wenig Spielraum für die Einarbeitung. Deshalb haben wir uns von Beginn an intensiv in die Nutzenden hineinversetzt. Gezielt wurden im Projekt auch Lehrpersonen einbezogen und frühzeitig ihr Feedback abgeholt.

Unsere Prototypen haben früh gezeigt, wie die neue Lösung aussehen könnte. Das frühe Feedback des Iconomix-Teams und von effektiven Endbenutzern hat dabei aufgezeigt, wo potenzielle Nutzerprobleme entstehen könnten, lange bevor etwas gebaut war. So konnten wir die Prototypen gezielt überarbeiten, bis sie die Bedürfnisse der Nutzenden wirklich abbildeten.

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Wer die Plattform nicht nur aus der Entwicklerperspektive denkt, baut bessere Software. Frühes Eintauchen in den Nutzeralltag – durch gezielte Fragen, Beobachtungen und Prototypen-Feedback – ist die Grundlage für ein Nutzererlebnis, das wirklich funktioniert.

 

Entwickler gehören in die Design-Workshops – von Anfang an

Beim Iconomix-Relaunch war jeweils mindestens ein Softwareentwickler von Beginn an in die Workshops und UX-Diskussionen eingebunden. So hat das Entwicklungsteam direkt miterlebt, welche Anforderungen das Iconomix-Team formuliert hat, warum bestimmte Designentscheidungen getroffen wurden und wo die Prioritäten lagen. Als es dann in die Entwicklungsphase ging, war dieses Verständnis bereits vorhanden. Fragen, die sonst mitten in einem Sprint aufgetaucht wären, hatten sich längst beantwortet.

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Entwickler, die von Anfang an dabei sind, starten die Umsetzung mit einem Wissensvorsprung. Das spart Zeit, reduziert Rückfragen und verbessert die Qualität des Ergebnisses.

 

Fazit: Was vor der Entwicklung passiert, entscheidet über den Projekterfolg

Für den Relaunch von iconomix.ch haben wir intensiv in Business-Analyse und UX-Design investiert, bevor eine einzige Zeile produktiver Code geschrieben wurde.

Wer früh Klarheit schafft, erspart sich späte Korrekturen. Wer Endnutzer und dessen Bedürfnisse einbindet, baut eine Lösung, die tatsächlich genutzt wird. Wer Entwickler von Anfang an dabei hat, vermeidet Reibungsverluste in der Umsetzung. Diese Learnings gelten nicht nur für Plattform-Relaunches, sie gelten für jedes Softwareprojekt.

Mehr zum Iconomix-Projekt erfahren Sie in unserer Success Story.

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Portrait Patrizia Mottl
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